Was hinter dem 90-Tage-Zeitraum wirklich steckt

Person schaut auf Handy vor Casino-Werbetafel

Der 90‑Tage‑Qualifikationszeitraum für Online‑Casinos in der Schweiz

Wer sich mit dem Begriff "freie 90 Tage Qualifikationszeitraum" für Schweizer Online‑Casinos beschäftigt, stößt schnell auf ein Problem: Es gibt dazu keine belastbare gesetzliche Grundlage im Schweizer Geldspielrecht. Der Ausdruck taucht im Zusammenhang mit Bonusangeboten, Turnieren oder Treueprogrammen einzelner Anbieter auf, ist aber kein feststehender Begriff des Bundesgesetzes über Geldspiele (BGS) und wird von der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) nirgends definiert. Bevor also über einen angeblichen 90‑Tage‑Zeitraum gesprochen wird, lohnt sich ein Blick auf das, was tatsächlich geregelt ist: der rechtliche Rahmen, innerhalb dessen Schweizer Online‑Casinos überhaupt existieren und beaufsichtigt werden dürfen.

Dieser Abschnitt klärt, wie die Schweiz das Online‑Glücksspiel gesetzlich verankert hat, wer darüber wacht und welche Voraussetzungen ein Casino erfüllen muss, um überhaupt legal Spieler aus der Schweiz annehmen zu dürfen. Die konkreten Abläufe, mit denen einzelne Anbieter Aktionen, Boni oder Spielerkonten organisieren, folgen im nächsten Teil.

Die gesetzliche Grundlage: das Bundesgesetz über Geldspiele

Seit dem 1. Januar 2019 gilt in der Schweiz das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), oft auch als Geldspielgesetz (GSG) bezeichnet. Dieses Gesetz hat die vorher geltenden, unübersichtlichen Regelungen zu Lotterien, Sportwetten und Spielbanken in einem einheitlichen Rahmen zusammengeführt. Für Online‑Casinos war das ein grundlegender Wendepunkt: Erst mit diesem Gesetz wurde eine klare rechtliche Basis geschaffen, auf der überhaupt Konzessionen für digitales Glücksspiel vergeben werden konnten.

Rechtsanwalt prüft Gesetzestext im Bundesgebäude
BGS bildet rechtliche Basis für Online‑Casinos

Das BGS regelt nicht nur, wer ein Casino betreiben darf, sondern auch, welche Pflichten damit einhergehen – etwa im Bereich Spielerschutz, Geldwäschereiprävention und Besteuerung von Gewinnen. Zuständig für die Ausarbeitung und Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen sind auf Bundesebene das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement und der Bundesrat, während das Bundesamt für Justiz an der rechtlichen Ausgestaltung mitwirkt. Diese Institutionen sind nicht mit der laufenden Aufsicht über einzelne Casinos befasst – dafür gibt es eine eigene Behörde, die im weiteren Verlauf dieses Abschnitts erklärt wird.

Wichtig ist der Unterschied zwischen der allgemeinen Zulassung nach dem Geldspielgesetz und der spezifischen Erlaubnis für Online‑Angebote. Online‑Casinos benötigen seit 2019 grundsätzlich eine Lizenz nach dem Geldspielgesetz, doch das reine Betreiben einer physischen Spielbank reicht nicht aus, um auch online tätig zu werden. Dafür braucht es einen zusätzlichen Schritt.

Die Online‑Zusatzkonzession als Schlüssel zur Legalität

Der entscheidende rechtliche Mechanismus, der digitales Glücksspiel in der Schweiz erst ermöglicht, ist die sogenannte Online‑Zusatzkonzession. Seit dem 1. Juli 2019 dürfen Online‑Casinos mit einer solchen Zusatzkonzession legal betrieben werden. Diese Regelung ist deshalb bemerkenswert, weil sie das Online‑Angebot bewusst an die stationäre Spielbank-Infrastruktur bindet: Eine Zusatzkonzession bekommt nicht, wer irgendein digitales Geschäftsmodell aufbauen will, sondern nur, wer bereits über eine bestehende Spielbankenkonzession verfügt.

Diese Konstruktion erklärt, warum es in der Schweiz keine rein digitalen Glücksspiel-Start-ups gibt, die unabhängig von einem Landcasino operieren. Anbieter wie Grand Casino Bern, MyCasino oder Casino777 sind Online‑Ableger von Institutionen, die bereits als physische Spielbanken lizenziert waren, bevor sie ihr Angebot ins Internet erweitert haben. Das Modell unterscheidet sich damit deutlich von Rechtsordnungen, in denen Online‑Lizenzen unabhängig von stationären Betrieben vergeben werden.

In der Schweiz gibt es derzeit genau zehn lizenzierte Online‑Casinos.

Konzessionsvergabe im Casino mit Technikpartner
Zusatzkonzession bindet Online‑Casino an Spielbank

Die Folge dieser strikten Kopplung: Derzeit existieren zehn legale Online‑Casinos in der Schweiz. Diese Zahl ist kein Zufall, sondern das direkte Resultat der begrenzten Anzahl an Spielbankenkonzessionen, die die Schweiz insgesamt vergibt. Wer als Nutzer prüfen möchte, ob ein bestimmtes Angebot zu diesem Kreis gehört, kann das nicht am Namen oder am Design der Website ablesen – dafür braucht es eine amtliche Prüfmöglichkeit, die weiter unten in diesem Abschnitt beschrieben wird.

Die Eidgenössische Spielbankenkommission als Aufsichtsbehörde

Für die laufende Regulierung und Kontrolle von Online‑Casinos ist in der Schweiz eine einzige Behörde zuständig: die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK). Sie ist die Instanz, die Konzessionen vergibt, deren Einhaltung überwacht und bei Verstößen eingreift. Anders als manche vergleichbare Aufsichtsstellen in anderen Ländern ist die ESBK unabhängig – sie trifft ihre Entscheidungen nicht auf politische Anweisung im Einzelfall, sondern nach den im Gesetz festgelegten Kriterien.

Diese Unabhängigkeit ist kein Detail am Rand, sondern der Kern dessen, was die Aufsicht überhaupt glaubwürdig macht. Eine Behörde, die im konkreten Fall Weisungen von übergeordneten Stellen entgegennehmen müsste, könnte kaum als neutrale Kontrollinstanz gegenüber Betreibern auftreten, die teilweise selbst staatsnahe oder halbstaatliche Strukturen haben.

Die ESBK vergibt Konzessionen ausschließlich an Ableger Schweizer Spielbanken. Diese Einschränkung ist die praktische Umsetzung der oben beschriebenen Kopplung von Online‑ und Offline‑Lizenz. Ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Spielbank-Hintergrund kann bei der ESBK keine Konzession beantragen und somit in der Schweiz auch keine legale Online‑Glücksspielplattform betreiben.

Aufgaben der ESBK im Überblick

Die Kommission übt mehrere Funktionen gleichzeitig aus, die sich klar voneinander unterscheiden lassen:

ESBK‑Team berät Lizenzvergabe im Konferenzraum
ESBK vergibt und überwacht Casinokonzessionen

Gerade der letzte Punkt zeigt, dass die ESBK nicht nur eine Verwaltungsbehörde im klassischen Sinn ist. Die ESBK führt Hausdurchsuchungen bei illegalem Geldspiel durch – ein Instrument, das über reine Registeraufsicht deutlich hinausgeht und eher an klassische Strafverfolgung erinnert. Das unterstreicht, wie ernst der Schweizer Gesetzgeber die Kontrolle über den Glücksspielmarkt nimmt: Es geht nicht nur um Bußgelder oder Lizenzentzug, sondern im Bedarfsfall um handfeste Ermittlungsarbeit.

Umgang mit illegalen Anbietern: IP‑Sperren statt Duldung

Ein zentrales Werkzeug der ESBK im Umgang mit nicht lizenzierten Plattformen ist die Sperrung auf technischer Ebene. Die ESBK sperrt illegale Casinos per IP für Schweizer Spieler. Das bedeutet: Wer versucht, von einer Schweizer Internetverbindung aus eine Website aufzurufen, die auf einer entsprechenden Sperrliste steht, wird technisch daran gehindert, diese Seite zu erreichen.

IP‑Blockierung

Der Zugriff auf nicht lizenzierte Anbieter wird per IP‑Sperre verhindert; Versuche, diese Sperre zu umgehen, können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Dieses Vorgehen erklärt auch, warum ausländische Online‑Casinos ohne Schweizer Lizenz in der Praxis für Nutzer in der Schweiz kaum erreichbar sind – zumindest nicht auf direktem Weg. Wer diese Sperren gezielt umgeht, etwa über technische Hilfsmittel, bewegt sich außerhalb der hier beschriebenen legalen Struktur; solche Umgehungsversuche sind in der Schweiz nicht zulässig. Für Anbieter selbst gilt zusätzlich: Werbung für ausländische Online‑Casinos ohne Schweizer Lizenz ist untersagt, was die IP‑Sperren um eine zweite Kontrollebene ergänzt.

Die Sperrpraxis macht deutlich, dass die Schweizer Regulierung nicht auf Selbstauskunft der Anbieter vertraut, sondern aktiv in die technische Infrastruktur eingreift, um den lizenzierten Markt von unlizenzierten Angeboten abzugrenzen. Für Spieler bedeutet das in der Praxis: Wenn eine Website ohne technische Hürden erreichbar ist und sich an Schweizer Nutzer richtet, ist das noch kein Beleg für Legalität – es kann ebenso gut bedeuten, dass die Sperrliste diese Adresse schlicht noch nicht erfasst hat.

Wie sich eine gültige Lizenz überprüfen lässt

Weil weder Design noch Werbeversprechen einer Website etwas über deren rechtlichen Status verraten, braucht es amtliche Nachweiswege. Zwei davon sind in der Schweiz etabliert.

Erstens: Die Lizenz eines Casinos kann über einen Link zur ESBK‑Datenbank in der Fußzeile überprüft werden. Seriöse, lizenzierte Anbieter verweisen üblicherweise im unteren Bereich ihrer Website auf diese amtliche Datenbank, in der sich die Konzession im Detail nachschlagen lässt. Fehlt ein solcher Verweis vollständig oder führt er ins Leere, ist das ein Warnsignal.

Lizenz prüfen

Um die Gültigkeit einer Casino‑Lizenz zu überprüfen, können Sie:

  • Die ESBK‑Datenbank in der Fußzeile der Casino‑Website aufrufen.
  • Die offizielle White‑List der Glücksspielbehörden konsultieren.

Zweitens: Die Lizenz eines Online‑Casinos kann über die von den Glücksspielbehörden bereitgestellte White‑List geprüft werden. Diese Liste fasst alle Anbieter zusammen, die über eine gültige Konzession verfügen, und bietet damit eine zentrale Anlaufstelle unabhängig davon, was einzelne Casino-Websites selbst über sich behaupten.

Für Spieler, die sich vor der Anmeldung bei einem Anbieter absichern wollen, sind diese beiden Prüfwege die einzigen wirklich verlässlichen Quellen. Alle Angaben auf Drittanbieter-Websites, Vergleichsportalen oder in Werbematerialien sollten ohne Gewähr betrachtet werden – die tatsächliche Gültigkeit einer Konzession lässt sich letztlich nur über die amtlichen Register der ESBK verifizieren.

Warum die Kopplung an Landcasinos rechtlich gewollt ist

Die Entscheidung, Online‑Konzessionen ausschließlich als Zusatz zu bestehenden Spielbankenkonzessionen zu vergeben, war im Gesetzgebungsprozess kein Nebenaspekt, sondern eine bewusste politische Weichenstellung. Die Idee dahinter: Bereits etablierte, physisch kontrollierbare Spielbanken mit bekannten Eigentümerstrukturen und bestehender Aufsichtserfahrung sollen auch im Online‑Bereich die Verantwortung tragen – nicht neue, unbekannte Marktteilnehmer ohne Bezug zur bisherigen Schweizer Casino-Landschaft.

Das hat zur Folge, dass der Schweizer Online‑Glücksspielmarkt strukturell überschaubar bleibt. Zehn Betreiber sind, verglichen mit Märkten ohne solche Kopplung, eine kleine Zahl. Wer als Nutzer regelmäßig Berichte über neue internationale Anbieter liest, die angeblich "auch für Schweizer Spieler" verfügbar seien, sollte diesen rechtlichen Rahmen im Kopf haben: Ohne Anbindung an eine Schweizer Spielbank ist eine solche Behauptung rechtlich nicht haltbar, selbst wenn die Website technisch erreichbar ist.

Altersgrenzen als Teil des rechtlichen Rahmens

Neben der Konzessionsstruktur legt das Geldspielgesetz auch fest, wer überhaupt an Geldspielen teilnehmen darf. Das Mindestalter für Geldspiele und Glücksspiele beträgt 18 Jahre, während für Lotterien ein niedrigeres Mindestalter von 16 Jahren gilt. Diese Unterscheidung spiegelt die unterschiedliche Risikoeinschätzung wider, die der Gesetzgeber verschiedenen Spielformen zuschreibt: Lotterien gelten traditionell als risikoärmer als Casinospiele oder Sportwetten.

Bei Online‑Lotteriespielen zeigt sich allerdings eine Besonderheit. Das Mindestalter für Online‑Lotteriespiele liegt bei 18 Jahren – dies wird jedoch freiwillig von den Anbietern Swisslos und Loterie Romande so gehandhabt, nicht als gesetzliche Pflicht mit eigenem Mindestalter für den Online‑Kanal. Diese freiwillige Selbstverpflichtung zeigt, dass Anbieter im digitalen Bereich teilweise strengere Maßstäbe anlegen, als es das Gesetz zwingend vorschreibt – vermutlich auch deshalb, weil die Kontrolle des Alters online technisch einfacher und die Nachweispflicht bei Beanstandungen höher ist als am physischen Lottokiosk.

Für Online‑Casinos selbst gilt ohnehin durchgehend die Grenze von 18 Jahren, ohne die bei Lotterien bestehende Ausnahme nach unten. Das Zugangsalter ist damit strenger geregelt als bei klassischen Lotterieprodukten und liegt auf dem gleichen Niveau wie bei Sportwetten und anderen klassischen Geldspielen.

Zusammenspiel der Institutionen: wer macht was

Um die verschiedenen Zuständigkeiten nicht zu verwechseln, hilft eine klare Abgrenzung der beteiligten Institutionen:

Institution Rolle
Bundesrat / Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement Politische Verantwortung für die Gesetzgebung im Geldspielbereich
Bundesamt für Justiz Mitwirkung an der rechtlichen Ausarbeitung
Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) Laufende Aufsicht, Konzessionsvergabe, Kontrolle, Sanktionen

Diese Aufteilung bedeutet: Wer sich über die grundsätzliche Ausrichtung des Geldspielgesetzes informieren will, findet die entsprechenden Entscheidungen auf Bundesebene. Wer wissen will, ob ein konkretes Casino aktuell über eine gültige Konzession verfügt oder ob gegen einen Anbieter ermittelt wird, wendet sich an die ESBK beziehungsweise deren öffentlich einsehbare Register.

Warum es keinen einheitlichen "Qualifikationszeitraum" im Gesetz gibt

An dieser Stelle lohnt sich die Ehrlichkeit gegenüber dem Ausgangspunkt dieses Abschnitts: Das Bundesgesetz über Geldspiele definiert keinen "90‑Tage‑Qualifikationszeitraum" als feststehenden rechtlichen Begriff, und auch die ESBK führt keinen solchen Zeitraum als Bestandteil der Konzessionsvergabe oder der Spieleraufsicht. Was im Gesetz steht, sind die hier beschriebenen Grundpfeiler: die Notwendigkeit einer Konzession, die Kopplung an bestehende Spielbanken, die Aufsicht durch die ESBK, die Möglichkeit von IP‑Sperren gegen illegale Anbieter sowie die Altersgrenzen für die Teilnahme.

Zeiträume von 90 Tagen, wie sie im Zusammenhang mit Bonusaktionen, Turnierperioden oder Treuestufen einzelner Betreiber kursieren, sind – falls sie überhaupt existieren – Sache der jeweiligen Betriebsbedingungen einzelner Casinos, nicht des Bundesrechts. Wer auf eine solche Angabe stößt, sollte sie nicht mit einer gesetzlichen Vorgabe verwechseln. Die rechtliche Grundlage, die tatsächlich zählt, ist die Konzession nach dem Geldspielgesetz und deren Überwachung durch die ESBK – alles andere ist Sache der Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters und damit im Einzelfall zu prüfen, nicht pauschal für den gesamten Schweizer Markt gültig.

Was diese rechtliche Struktur für Spieler bedeutet

Für Personen, die in der Schweiz an Online‑Casinospielen teilnehmen wollen, ergibt sich aus dem beschriebenen Rahmen eine klare Handlungsanweisung: Relevant ist nicht, wie ein Anbieter sich selbst beschreibt oder welche Aktionszeiträume er kommuniziert, sondern ob er über eine gültige Konzession der ESBK verfügt. Diese lässt sich über die Fußzeile der Casino-Website oder über die amtliche White‑List der Glücksspielbehörden nachprüfen.

Wer sich stattdessen an internationale Angebote ohne Schweizer Zusatzkonzession wendet, bewegt sich außerhalb des hier beschriebenen Schutzrahmens – unabhängig davon, wie professionell eine solche Website wirkt. Die IP‑Sperren der ESBK sind ein Indiz dafür, dass solche Angebote aus Schweizer Sicht nicht geduldet werden, auch wenn einzelne Adressen zeitweise technisch erreichbar bleiben mögen.

Wer Anzeichen einer problematischen Beziehung zum Glücksspiel bei sich selbst oder anderen bemerkt, findet Unterstützung über die SOS‑Spielsucht‑Hotline sowie über Organisationen wie Sucht Schweiz, die unabhängig von einzelnen Casino-Betreibern beraten.

Der nächste Abschnitt wendet sich der praktischen Seite zu: welche Schritte ein Casino und ein Spieler konkret durchlaufen, welche Werkzeuge dabei zum Einsatz kommen und welche Konsequenzen sich daraus im Alltag ergeben.

Wie der 90‑tägige Qualifikationszeitraum praktisch funktioniert

Was im rechtlichen Rahmen abstrakt bleibt, zeigt sich im Alltag eines Schweizer Online‑Casinos an ganz konkreten Stellen: bei der Zahlungsmethode, die du auswählst, beim Limit, das du einstellst, und bei der Sperre, die du im Ernstfall nicht selbst wieder aufheben kannst. Diese Abschnitte betreffen dich als Spieler direkt, unabhängig davon, welches der zehn lizenzierten Casinos du nutzt.

Zahlungswege, die im Alltag ankommen

Einzahlungen per Twint, PostFinance, Kreditkarte, E‑Wallet oder Banküberweisung sind in lizenzierten Schweizer Online‑Casinos sicher und stehen sofort zur Verfügung. Das bedeutet in der Praxis: Du zahlst ein, das Guthaben ist da, und du kannst spielen, ohne auf eine Bestätigung warten zu müssen.

Kreditkarten gehören zu den Standard‑Zahlungsmethoden und werden von allen lizenzierten Anbietern akzeptiert. Wer lieber über ein separates Konto spielt, kann auf E‑Wallets wie Skrill, Neteller oder PayPal zurückgreifen – sie funktionieren sowohl für Einzahlungen als auch für Auszahlungen und sind damit für den kompletten Zahlungsverkehr innerhalb eines Casinos nutzbar. Wer keine Kontodaten hinterlegen möchte, kann Prepaid‑Methoden wie Paysafecard nutzen.

Kryptowährungen tauchen in der Werbung mancher Anbieter als schnelle Ein‑ und Auszahlungsoption auf. Hier lohnt sich ein zweiter Blick: Nach dem Geldspielgesetz sind Kryptowährungen für konzessionierte Schweizer Online‑Casinos eigentlich nicht erlaubt. Dass einige Casinos sie trotzdem als Zahlungsoption anbieten, ist ein Widerspruch, den die Werbung selten auflöst – wer also mit Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung einzahlen will, sollte vorher prüfen, ob das betreffende Casino überhaupt über eine gültige Schweizer Konzession verfügt.

Zahlungsmethode Verfügbarkeit
Twint Ein- und Auszahlung, sofort verfügbar
PostFinance Ein- und Auszahlung, sofort verfügbar
Kreditkarte Standardmethode in allen lizenzierten Casinos
E-Wallets (Skrill, Neteller, PayPal) Ein- und Auszahlung
Paysafecard Einzahlung als Prepaid-Option
Kryptowährungen Bei konzessionierten Casinos rechtlich nicht vorgesehen, von einigen Anbietern trotzdem genutzt

Die Spielerschutz‑Tools im Konto

Jedes lizenzierte Casino ist verpflichtet, ein Sozialkonzept zum Spielerschutz zu erarbeiten. In der Praxis bedeutet das ein Set an Werkzeugen, das du direkt im Spielerkonto findest, nicht als Zusatzfunktion, die du erst suchen musst.

Diese Werkzeuge sind kein Zusatzservice, sondern Teil der Lizenzauflage. Ein Casino, das sie nicht anbietet oder versteckt, arbeitet nicht so, wie es die Aufsicht verlangt.

Was eine Sperre praktisch bedeutet

Der Unterschied zwischen einer Spielpause und einer Selbstsperre liegt vor allem darin, wie schwer es ist, wieder zurückzukommen. Eine Spielpause endet von selbst. Eine Selbstsperre nicht: Um sie aufzuheben, muss eine kantonal anerkannte Fachperson hinzugezogen werden. Du kannst also nicht einfach im Konto auf einen Button klicken und weiterspielen, sobald dir danach ist – dieser bewusst eingebaute Umweg ist der eigentliche Kern des Schutzmechanismus.

Diese Hürde ist unbequem, und genau das ist der Zweck. Wer sich in einem Moment der Klarheit selbst sperrt, soll nicht in einem Moment des Impulses wieder hineinfinden.

Warum ausländische Anbieter für dich keine Alternative sind

Wenn ein Schweizer Casino Limits setzt oder eine Sperre nicht sofort aufhebt, liegt der Gedanke nahe, einfach bei einem ausländischen Anbieter weiterzuspielen. Das funktioniert technisch nicht: Angebote ausländischer Anbieter werden per IP‑Blocking für Schweizer Spieler gesperrt. Wer auf eine solche Seite zugreifen will, bekommt keinen Zutritt, unabhängig davon, wie das eigene Spielerkonto bei einem lizenzierten Schweizer Casino gerade aussieht.

Illegale Umgehung

Die Nutzung von VPNs, um IP‑Sperren zu umgehen, verstößt gegen das Schweizer Glücksspielrecht und kann zu Sanktionen führen.

Der Versuch, diese Sperre über ein VPN zu umgehen, ist untersagt. Wer es trotzdem tut, bewegt sich ausserhalb der Regeln, die genau zu dem Schutzsystem gehören, das im vorherigen Abschnitt beschrieben wurde – und verliert dabei auch den Zugang zu den Instrumenten, die ein lizenziertes Casino bereitstellt.

Der Anschluss an das terrestrische Casino

Ein praktischer Aspekt, der oft übersehen wird: Online‑Casinos in der Schweiz sind an ein terrestrisches, also physisches Casino angebunden. Das Spielangebot lässt sich von überall in der Schweiz nutzen, die rechtliche und organisatorische Anbindung an ein Casino vor Ort bleibt aber bestehen. Das erklärt auch, warum die Spielerschutzmassnahmen nicht isoliert online funktionieren, sondern in dieselbe Struktur eingebunden sind, die auch für den Spielbetrieb im physischen Casino gilt – inklusive der Zuständigkeit kantonal anerkannter Fachpersonen bei einer Sperraufhebung.

Was das für dich in der Praxis heisst

Wer ein Konto bei einem lizenzierten Schweizer Online‑Casino eröffnet, bewegt sich in einem System, in dem Zahlungswege reguliert sind, Schutzinstrumente vorgeschrieben sind und Sperren bewusst nicht leicht rückgängig zu machen sind. Das unterscheidet den Alltag in einem lizenzierten Casino deutlich von dem in einem nicht lizenzierten Angebot, das ohnehin per IP‑Blocking gar nicht erreichbar wäre.

Wer Anzeichen von Spielsucht bei sich oder anderen bemerkt, findet Unterstützung bei der SOS‑Spielsucht‑Hotline. Alle Angaben in diesem Abschnitt sind ohne Gewähr; aktuelle Bonusbedingungen und Details zu Zahlungsmethoden sollten direkt beim jeweiligen Casino geprüft werden. Ein Bonus wird grundsätzlich nicht als Bargeld ausgezahlt.

Spielerschutz