Wann Casinogewinne in der Schweiz steuerfrei bleiben

Inhaltsverzeichnis
- Steuerliche Behandlung von Casinogewinnen in der Schweiz 2026
- Wie werden klassische Casinogewinne besteuert?
- Online‑Casino‑Gewinne: Auszahlung und steuerliche Besonderheiten
- Gewinne aus Online‑Casinos: Professionelles Spiel vs. Hobby
- Wie hoch können Gewinne in Online‑Casinos tatsächlich sein?
- Gewinne an Spielautomaten: Was Sie wissen müssen
- Roulette und High‑Jackpot‑Slots: Wo liegen die größten Gewinne?
- Gewinne im Casino – Meldung und Dokumentation
- Die besten Slots für echte hohe Gewinne
- Die größten Casinogewinne aller Zeiten in der Schweiz
Steuerliche Behandlung von Casinogewinnen in der Schweiz 2026
Wer in der Schweiz Geld im Casino gewinnt, landet steuerlich nicht automatisch in derselben Schublade wie jemand, der beim Lotto abräumt oder an einem Spielautomaten im Ausland gewinnt. Casino gewinne versteuern Schweiz 2026 heisst deshalb zuerst: verstehen, dass es keine einheitliche Regel für alle Gewinnarten gibt. Die Rechtslage variiert von Kanton zu Kanton, und schon das macht eine pauschale Antwort auf die Frage „Muss ich das versteuern?“ unmöglich.
Der wichtigste Unterschied liegt aber nicht zwischen den Kantonen, sondern zwischen dem Ort, an dem gespielt wird. Gewinne aus Schweizer Casinos – also aus den physischen, lizenzierten Spielbanken im Land – sind steuerfrei. Wer am Roulette-Tisch in Baden oder Zürich gewinnt, darf den Betrag ohne Abzug behalten und muss ihn in der Steuererklärung nicht als Einkommen ausweisen.
Bei Online-Casino-Gewinnen sieht die Sache anders aus. Sobald ein Gewinn die geltende Freigrenze überschreitet, greift die Verrechnungssteuer von 35 Prozent. Diese Steuer wird nicht vom Gewinner selbst berechnet und abgeführt, sondern vom Veranstalter des Spiels erhoben und über das Formular 121 deklariert. Das bedeutet in der Praxis: Der Betreiber zieht die Steuer direkt vom Gewinn ab, bevor er ausgezahlt wird.
Diese Zweiteilung – steuerfrei im stationären Casino, steuerpflichtig ab einer bestimmten Höhe im Online-Casino – ist der Kernpunkt, den man verstehen muss, bevor man sich mit Details zu Auszahlungen, Berufsspieler-Status oder Meldepflichten beschäftigt. Alle folgenden Abschnitte dieses Artikels bauen auf dieser Grundunterscheidung auf.
Wichtig ist auch: Die steuerliche Behandlung hängt nicht nur vom Gewinnbetrag ab, sondern auch davon, ob das Spiel überhaupt legal in der Schweiz angeboten wird. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, bewegt sich ausserhalb des Rahmens, den dieser Artikel beschreibt – und riskiert steuerliche wie rechtliche Konsequenzen, die über die reine Gewinnbesteuerung hinausgehen.

Wer regelmässig grössere Summen gewinnt, sollte zudem wissen, dass die Steuerbehörden bei auffälligen Mustern genauer hinschauen. Dazu mehr im Abschnitt über professionelles Spiel.
Wie werden klassische Casinogewinne besteuert?
Wer im stationären Casino gewinnt, bekommt den Betrag ausgezahlt, ohne dass die Bank oder das Casino etwas einbehält. Das täuscht darüber hinweg, dass die Steuerpflicht damit nicht automatisch erledigt ist. Die Freigrenze liegt einheitlich bei 1’000 CHF für Glücksspielgewinne. Bis zu diesem Betrag bleibt ein Gewinn steuerfrei, unabhängig davon, ob er am Spieltisch oder am Automaten entstanden ist.
Überschreitet ein Gewinn diese Freigrenze, ändert sich die steuerliche Einordnung grundlegend: Er gilt dann als professionelles Spiel und unterliegt der normalen Einkommensteuer. Das bedeutet, der gesamte Betrag – nicht nur der Teil oberhalb der Grenze – fließt in die Steuererklärung ein und wird zum übrigen Einkommen addiert. Wer an einem Abend mehrfach gewinnt, muss die einzelnen Gewinne zusammenrechnen, denn die Freigrenze bezieht sich nicht auf jede einzelne Session, sondern auf den Gewinn als solchen.
Lotteriegewinne als Vergleichsfall
Bei Lotteriegewinnen sieht die Rechtslage anders aus als bei klassischen Casinogewinnen. Sie bleiben in der Schweiz bis zu 1 Million CHF einkommensteuerfrei. Erst darüber greift eine Verrechnungssteuer von 35 %. Diese Regelung zeigt, wie unterschiedlich der Gesetzgeber einzelne Glücksspielformen behandelt – ein Lottogewinn von mehreren Hunderttausend Franken bleibt steuerfrei, während ein vergleichsweise kleiner Gewinn am Roulettetisch oberhalb der Freigrenze bereits der Einkommensteuer unterliegt.
Zinsen auf ausgezahlte Gewinne
Wer einen größeren Gewinn nicht sofort ausgibt, sondern auf ein Konto legt, sollte die Folgezinsen nicht übersehen. Zinsen aus Glücksspielgewinnen unterliegen in der Schweiz der normalen Einkommensteuer. Das gilt unabhängig davon, ob der ursprüngliche Gewinn selbst steuerfrei war oder nicht – die Zinserträge werden steuerlich immer als eigenständiges Einkommen behandelt und müssen entsprechend deklariert werden.
Was das für die Steuererklärung bedeutet
In der Praxis heißt das: Kleinere Gewinne aus dem stationären Casino, die unter der Freigrenze bleiben, tauchen in der Steuererklärung gar nicht auf. Alles, was darüber liegt, gehört als Einkommen deklariert – ähnlich wie Lohn oder andere steuerpflichtige Erträge. Da die Rechtslage von Kanton zu Kanton variiert, kann sich die genaue Handhabung im Detail unterscheiden, auch wenn die Freigrenze selbst schweizweit einheitlich gilt. Wer regelmäßig grössere Beträge gewinnt, sollte diese Beträge dokumentieren, statt sich erst bei der Steuererklärung an die einzelnen Gewinne zu erinnern.
Online‑Casino‑Gewinne: Auszahlung und steuerliche Besonderheiten
Wer online spielt statt im stationären Casino, trifft auf eine andere Rechtslage – nicht nur bei der Frage, wo man überhaupt spielen darf, sondern auch bei der Besteuerung der Gewinne. Beide Punkte hängen zusammen: Seit dem 1. Januar 2019 regelt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) das Glücksspiel in der Schweiz einheitlich, und seit dem 1. Juli 2019 dürfen Online‑Casinos mit einer Online‑Zusatzkonzession legal betrieben werden. Wer davor online gespielt hat, bewegte sich in einer rechtlichen Grauzone. Heute gilt: Ein Online‑Casino braucht eine Lizenz nach dem Geldspielgesetz, sonst ist der Betrieb in der Schweiz nicht erlaubt.
Wer darf online überhaupt Gewinne auszahlen
Die Aufsicht über den Online‑Sektor liegt bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK). Sie vergibt die Konzessionen – und zwar ausschliesslich an Ableger von Schweizer Spielbanken. Ein reines Online‑Unternehmen ohne stationäres Casino im Hintergrund bekommt keine Konzession. Das ist der Grund, warum es aktuell nur zehn legale Online‑Casinos in der Schweiz gibt: Jedes davon ist an ein bestehendes, physisches Casino gekoppelt.
Illegale Anbieter
Die Nutzung eines nicht lizenzierten Online‑Casinos ist in der Schweiz illegal und kann zu Geldstrafen oder strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Für Spielerinnen und Spieler heisst das: Nur Betreiber mit einer ESBK‑Konzession dürfen legal in der Schweiz tätig sein. Wer bei einem Anbieter ohne diese Konzession spielt, spielt bei einem Betreiber, der hierzulande keine Bewilligung hat – unabhängig davon, wie seriös die Seite aussieht oder wie schnell sie auszahlt. Die Bewerbung solcher ausländischen Online‑Casinos ohne Schweizer Lizenz ist untersagt, und auch der Versuch, das Geo‑Blocking der Schweizer Behörden über ein VPN zu umgehen, ist nicht erlaubt. Wer sich daran hält, bleibt bei den zehn lizenzierten Anbietern – und genau dort setzt die im Folgenden beschriebene Steuerregel an.
Die Auszahlung selbst
Technisch unterscheidet sich die Auszahlung im Online‑Casino nicht grundlegend von der im stationären Betrieb: Der Gewinn wird dem Spielerkonto gutgeschrieben und von dort auf die hinterlegte Zahlungsmethode überwiesen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Mechanik der Auszahlung, sondern in dem, was vorher passiert – nämlich in der steuerlichen Behandlung des Betrags, der überhaupt ausgezahlt wird.
Warum Online‑Gewinne anders behandelt werden als Gewinne im Casino vor Ort
Hier zeigt sich der zentrale Unterschied zum stationären Casino: Gewinne aus Schweizer Casinos vor Ort sind steuerfrei. Wer am Roulette‑Tisch oder am Spielautomaten in einem physischen Casino gewinnt, kann den Betrag ohne weitere Abzüge behalten. Bei Online‑Casino‑Gewinnen gilt das nicht in gleicher Form: Sie unterliegen ab der Freigrenze der Verrechnungssteuer von 35 %.
Diese Freigrenze liegt einheitlich bei 1 000 CHF pro Gewinn. Bleibt ein Gewinn darunter, greift die Verrechnungssteuer nicht. Liegt er darüber, wird die Steuer nicht erst im Nachhinein von der spielenden Person eingefordert, sondern direkt vom Veranstalter einbehalten und über das Formular 121 deklariert. Der Betrag, der auf dem Konto ankommt, ist also bereits um die Verrechnungssteuer reduziert – anders als bei einem Gewinn im stationären Casino, der brutto wie netto der gleiche Betrag ist.
Wichtig dabei: Diese Freigrenze funktioniert nicht wie ein Freibetrag, bei dem nur der übersteigende Teil besteuert wird. Sobald ein Gewinn die Grenze von 1 000 CHF überschreitet, gilt er in vollem Umfang als steuerpflichtig und wird als professionelles Spiel eingeordnet, das der normalen Einkommensteuer unterliegt. Ein Gewinn knapp über der Grenze wird also nicht nur mit dem übersteigenden Betrag erfasst, sondern vollständig.
Zwei Systeme, ein Betrag
Wer die beiden Mechanismen nebeneinanderstellt, sieht den Unterschied deutlicher:
| Stationäres Casino | Online‑Casino (lizenziert) | |
|---|---|---|
| Besteuerung des Gewinns | steuerfrei | ab Freigrenze verrechnungssteuerpflichtig |
| Höhe der Abgabe | keine | 35 % über der Freigrenze von 1 000 CHF |
| Wer führt die Steuer ab | niemand | der Veranstalter, via Formular 121 |
| Auszahlungsbetrag | brutto = netto | bereits um die Verrechnungssteuer reduziert |
Diese Tabelle zeigt auch, warum die kantonale Rechtslage bei klassischen Casinogewinnen und die Regelung bei Online‑Gewinnen nicht einfach vergleichbar sind: Während die Besteuerung von Gewinnen aus stationären Casinos je nach Kanton unterschiedlich ausfallen kann, ist die Verrechnungssteuer auf Online‑Gewinne ein Bundesmechanismus, der unabhängig vom Wohnkanton greift.
Was das für die Auszahlung praktisch bedeutet
Wer bei einem der zehn lizenzierten Anbieter spielt und einen Gewinn über der Freigrenze erzielt, sollte nicht davon ausgehen, dass der volle angezeigte Betrag auf dem Konto landet. Die Verrechnungssteuer wird vom Veranstalter selbst abgezogen, bevor die Auszahlung erfolgt – der Spieler muss dafür nichts separat beantragen oder überweisen. Das unterscheidet die Situation auch von Gewinnen, die im Ausland erzielt werden: Dort greift die Schweizer Verrechnungssteuer nicht, weil sie nur für Gewinne aus Geldspielen mit Sitz in der Schweiz gilt. Ausländische Gewinne müssen stattdessen vollständig auf anderem Weg versteuert werden – dieser Aspekt gehört aber in die grundsätzliche Einordnung der Besteuerung und nicht in die Frage der Auszahlung selbst.
Für die Auszahlung eines Online‑Gewinns innerhalb eines lizenzierten Schweizer Casinos gilt also: Unterhalb von 1 000 CHF kommt der Betrag ungekürzt an. Oberhalb dieser Grenze ist der ausgezahlte Betrag bereits die Nettosumme nach Abzug der 35 % Verrechnungssteuer, die der Betreiber ans Formular 121 meldet. Wer den Bruttogewinn mit dem tatsächlich ausgezahlten Betrag vergleicht, findet den Unterschied dort wieder.
Legalität und Steuerpflicht sind zwei getrennte Fragen
Ein Punkt lässt sich aus dem oben Beschriebenen leicht herauslesen, verdient aber eine eigene Erwähnung: Die Frage, ob ein Online‑Casino legal in der Schweiz operieren darf, und die Frage, wie sein Gewinn besteuert wird, sind zwei unterschiedliche Ebenen. Legal ist ein Anbieter, wenn er eine ESBK‑Konzession besitzt – aktuell zehn Häuser, alle mit Wurzeln in einem stationären Schweizer Casino. Besteuert wird der Gewinn bei diesen Anbietern nach der Freigrenzen‑Regel mit der 35‑prozentigen Verrechnungssteuer oberhalb von 1 000 CHF.
Wer bei einem nicht lizenzierten ausländischen Anbieter spielt, bewegt sich ausserhalb dieses legalen Rahmens – unabhängig davon, wie die dortige Auszahlung technisch funktioniert oder ob überhaupt eine Steuer einbehalten wird. Die steuerlichen Besonderheiten, die in diesem Abschnitt beschrieben sind, gelten für die zehn lizenzierten Schweizer Online‑Casinos. Für alles, was ausserhalb dieses Rahmens gespielt wird, gelten andere Massstäbe, die an anderer Stelle eingeordnet werden.
Wer online spielt, sollte sich der Gefahr der Spielsucht bewusst sein. Bei Anzeichen problematischen Spielverhaltens hilft die SOS‑Spielsucht‑Hotline weiter.
Gewinne aus Online‑Casinos: Professionelles Spiel vs. Hobby
Wer regelmässig im Online-Casino spielt und dabei wiederholt gewinnt, stellt sich früher oder später die Frage, ob das Finanzamt diese Gewinne noch als Glücksfall betrachtet oder als Einkommen. Die Antwort hängt davon ab, wie oft und wie systematisch gespielt wird. Regelmässige Glücksspielgewinne können in der Schweiz als Einkommen steuerpflichtig werden – und damit gilt für sie die normale Einkommensteuer statt der einmaligen Verrechnungssteuer auf einen einzelnen Treffer.
Der Unterschied ist für die Steuerrechnung nicht kosmetisch. Ein Hobbyspieler, der gelegentlich einen Slot dreht und einmal im Jahr einen grösseren Betrag gewinnt, wird steuerlich anders behandelt als jemand, der Woche für Woche spielt und daraus einen relevanten Teil seines Einkommens bestreitet. Die Steuerbehörden schauen dabei auf das Gesamtbild: Häufigkeit, Systematik und wirtschaftliche Bedeutung des Spiels für die betroffene Person.
Wann wird aus einem Hobby ein steuerpflichtiges Nebeneinkommen?
Ein einzelner Gewinn löst normalerweise die Verrechnungssteuer aus, sofern er über der Freigrenze liegt – das ist unabhängig davon, ob jemand Hobby- oder Vielspieler ist. Anders sieht es aus, wenn sich ein Muster etabliert: wiederkehrende Gewinne aus derselben Aktivität, über mehrere Steuerperioden hinweg, können von der Steuerverwaltung als Einkommensquelle eingestuft werden. In diesem Fall zählt nicht mehr nur der einzelne Treffer, sondern die gesamte Spieltätigkeit als Einkommensquelle, die der normalen Einkommensteuer unterliegt.

Das betrifft nicht nur Roulette oder Slots im engeren Sinn. Auch Zinsen, die aus angelegten Glücksspielgewinnen entstehen, unterliegen in der Schweiz der normalen Einkommensteuer – unabhängig davon, wie der ursprüngliche Gewinn selbst besteuert wurde. Wer einen grösseren Betrag gewinnt und ihn verzinst anlegt, muss also zwei Dinge im Blick behalten: die Besteuerung des Gewinns selbst und die laufende Besteuerung der daraus erzielten Zinserträge.
Herkunft des Gewinns: Schweiz, Ausland, Lotterie
Für die steuerliche Einordnung spielt auch eine Rolle, woher der Gewinn stammt. Gewinne aus ausländischen Geldspielen unterliegen in der Schweiz nicht der Verrechnungssteuer – das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Steuerpflicht. Im Ausland erzielte Glücksspielgewinne müssen in der Schweiz vollumfänglich versteuert werden. Wer also bei einem ausländischen Anbieter spielt, entkommt der Verrechnungssteuer, landet dafür aber vollständig in der Einkommensteuererklärung.
Bei Lotteriegewinnen gilt eine andere Schwelle als bei klassischen Casinospielen: Lotteriegewinne sind bis 1 Million CHF einkommensteuerfrei, darüber wird eine Verrechnungssteuer von 35 % fällig. Diese Grenze hat mit der Frage "Hobby oder Beruf" nichts zu tun – sie gilt unabhängig von der Spielhäufigkeit, rein aufgrund der Gewinnhöhe.
Eine Sonderregel betrifft kleinere, kantonal bewilligte Geldspiele: Gewinne aus solchen Spielen, die von der zuständigen kantonalen Aufsichts- und Vollzugsbehörde genehmigt sind, unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Wer an solchen lokal bewilligten Formaten teilnimmt, muss die 35 %-Abgabe also gar nicht erst einkalkulieren – die grundsätzliche Einkommensteuerpflicht bei regelmässigem Spiel bleibt davon aber unberührt.
Die Grenze bei 1 100 Franken
Für die praktische Einordnung eines einzelnen Gewinns gilt eine klare Schwelle: Gewinne bis 1 100 CHF bleiben von der Verrechnungssteuer verschont, ab 1 101 CHF wird der gesamte Betrag steuerpflichtig – nicht nur der Teil oberhalb der Grenze. Das ist keine Freigrenze im Sinn eines Freibetrags, sondern ein Schwellenwert: Einmal überschritten, greift die Steuer auf den vollen Gewinn.
Was sich von den Einsätzen abziehen lässt
Wer als Vielspieler eingestuft wird oder ohnehin steuerpflichtige Gewinne deklarieren muss, kann die Steuerlast über Abzüge reduzieren. Ein Pauschalabzug von 5 % für Einsatzkosten ist möglich, begrenzt auf maximal 5 000 CHF. Dieser Abzug ersetzt die aufwändige Einzelnachweisführung jedes Einsatzes und macht die Steuererklärung deutlich einfacher.
Um den Abzug von bis zu 25 000 CHF Online‑Einsatzkosten geltend zu machen, müssen die Einsätze lückenlos dokumentiert werden.
Für Online-Spielerinnen und -Spieler kommt eine zweite Regel hinzu: Bis zu 25 000 CHF an Online-Spielereinsätzen können pro Steuerjahr vom Gewinn abgezogen werden. Diese Regel ist speziell auf digitales Spiel zugeschnitten und trägt der Tatsache Rechnung, dass Online-Spieler oft eine deutlich höhere Anzahl an Einsätzen tätigen als Besucher eines stationären Casinos. Wer über das Jahr verteilt regelmässig spielt, sollte die eigenen Einsätze dokumentieren – ohne Nachweis lässt sich dieser Abzug in der Praxis kaum durchsetzen.
Warum die Unterscheidung zählt
Der Unterschied zwischen Hobby und professionellem Spiel entscheidet letztlich darüber, welche Steuerlogik überhaupt zur Anwendung kommt. Beim einmaligen Gewinn greift die Verrechnungssteuer, die der Veranstalter direkt einbehält – für den Spieler ist die Sache damit oft erledigt. Wird aus dem Spiel jedoch eine wiederkehrende Einkommensquelle, verschiebt sich die steuerliche Betrachtung auf die reguläre Einkommensteuer, bei der die individuelle Steuerlast, aber auch die genannten Abzüge, eine deutlich grössere Rolle spielen.
Wer unsicher ist, in welche Kategorie die eigene Spieltätigkeit fällt, sollte sich das nicht selbst zurechtlegen, sondern bei der zuständigen kantonalen Steuerverwaltung nachfragen. Die Einstufung wirkt sich direkt auf die Höhe der Steuerlast aus und lässt sich nachträglich nur schwer korrigieren.
Wie hoch können Gewinne in Online‑Casinos tatsächlich sein?
Die Frage lässt sich nicht mit einer einzelnen Zahl beantworten, weil die Höhe eines Gewinns von der Spielform, dem Einsatz und dem Zufall gleichermaßen abhängt. Was sich aber sagen lässt: Je nach Spielart gelten unterschiedliche steuerliche Schwellen, und diese entscheiden am Ende darüber, was von einem Gewinn übrig bleibt.
Bei Lotterien und Geschicklichkeitsspielen, die von Einzel‑ oder Medienunternehmen veranstaltet werden, greift die Steuerpflicht ab einem Betrag von 1 000 CHF. Alles darunter bleibt unangetastet, alles darüber zählt vollständig zum steuerbaren Einkommen. Diese Grenze gilt unabhängig davon, ob der Gewinn in bar oder als Sachleistung ausgezahlt wird.
Sachgewinne zählen genauso
Ein Gewinn muss nicht in Franken auf dem Konto landen, um steuerpflichtig zu werden. Wer bei einer Rubbellosaktion beispielsweise ein Fahrrad im Wert von 2 500 CHF gewinnt, muss diesen Betrag vollständig versteuern. Die Freigrenze von 1 000 CHF ist hier keine Freibetragsgrenze, ab der nur der übersteigende Teil besteuert wird – sie funktioniert als reine Schwelle. Liegt der Gewinn darüber, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Anteil oberhalb der 1 000 CHF.
Pokerturniere als Ausnahme
Eine Besonderheit gilt für Pokerturniere: Liegt das Startgeld bei bis zu 200 CHF, bleibt ein daraus resultierender Gewinn steuerfrei. Diese Regelung unterscheidet sich deutlich von den übrigen Glücksspielformen, bei denen die Höhe des Gewinns selbst über die Steuerpflicht entscheidet. Beim Poker mit niedrigem Startgeld ist es umgekehrt: Der Einsatz, nicht der Gewinn, bestimmt die steuerliche Behandlung.
Was ein zertifiziertes Casino an Gewinnen tatsächlich auszahlt
Ob ein Gewinn überhaupt legal und in voller Höhe ausgezahlt wird, hängt davon ab, ob das Casino über eine gültige Konzession verfügt. Nur konzessionierte Anbieter unterliegen der Spielbankenabgabe, die zwischen 40 und 80 % des Bruttospielertrags beträgt und in die AHV/IV fließt. Diese Abgabe wird vom Betreiber getragen, nicht vom Spieler – sie schmälert also nicht direkt den individuellen Gewinn, zeigt aber, dass ein erheblicher Teil der Erträge eines Casinos in die Sozialwerke zurückfließt, bevor überhaupt über einzelne Auszahlungen gesprochen wird.
Wer sich fragt, ob es in einem regulierten Online‑Casino überhaupt reale Gewinne gibt, kann diese Frage mit Blick auf die Abgabenstruktur beantworten: Ein Betreiber, der Abgaben in dieser Höhe leistet, tut dies nur, weil tatsächlich Gewinne ausgezahlt werden – sonst gäbe es keinen Bruttospielertrag, auf den die Abgabe erhoben wird.
Internationale Fälle bleiben unsicher
Wer in den USA spielt oder über amerikanische Plattformen gewinnt, bewegt sich in einem anderen rechtlichen Rahmen. Das Schweizer‑US‑Doppelbesteuerungsabkommen kann in bestimmten Fällen eine Quellenbesteuerung solcher Gewinne erlauben. Eine Rückerstattung der einbehaltenen Steuer ist dabei aber keineswegs garantiert – wer also im Ausland hohe Beträge gewinnt, sollte nicht automatisch davon ausgehen, zu viel gezahlte Steuern zurückzubekommen.
Doppelbesteuerungsabkommen
Ein Doppelbesteuerungsabkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der regelt, wie Einkommen, das in zwei Staaten erzielt wird, besteuert wird, um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.
Die tatsächliche Höhe eines Gewinns lässt sich damit nicht pauschal beziffern. Sie ergibt sich erst im Zusammenspiel aus Spielform, Einsatzhöhe, Herkunft des Anbieters und den jeweils greifenden Schwellenwerten – Faktoren, die bei jedem Gewinn neu zusammenkommen.
Gewinne an Spielautomaten: Was Sie wissen müssen
Spielautomaten funktionieren nach einer anderen steuerlichen Logik als Tischspiele, auch wenn die Grenzwerte dieselben sind. Wer an einem Automaten gewinnt, wird nicht automatisch besteuert – es kommt darauf an, wie hoch der Gewinn ausfällt und über welche Plattform gespielt wurde.
Die entscheidende Grenze bei Automatengewinnen
Gewinne bis 1 100 CHF bleiben von der Verrechnungssteuer verschont. Sobald der Betrag 1 101 CHF erreicht, greift die Steuer auf die gesamte Summe, nicht nur auf den Teil oberhalb der Grenze. Ein Automatengewinn von 1 050 CHF bleibt also unangetastet, während ein Gewinn von 1 150 CHF vollständig steuerpflichtig wird. Diese Stufenlogik gilt unabhängig davon, ob am Automaten in einem stationären Casino oder online gespielt wird.

Nicht jeder Automatengewinn fällt überhaupt unter diese Regel. Gewinne aus kleineren Geldspielen, die von der kantonalen Aufsichts- und Vollzugsbehörde bewilligt wurden, sind von der Verrechnungssteuer ausgenommen. Das betrifft in der Praxis vor allem lokal genehmigte Spielangebote außerhalb der grossen Casinobetriebe – nicht die Automaten in konzessionierten Online-Casinos.
Was beim Melden zu beachten ist
Wer einen Automatengewinn in Form eines Sachpreises statt einer Geldsumme erhält – etwa bei einer Aktion mit Naturalgewinnen –, muss diesen innerhalb von 90 Tagen mit dem Formular 122 melden. Diese Frist gilt unabhängig davon, ob der Gewinn aus einem physischen Automaten oder aus einem Online-Slot stammt. Geldgewinne, die direkt ausgezahlt werden, laufen über den Betreiber, der die Verrechnungssteuer selbst deklariert.
Der Pauschalabzug lohnt sich bei mehreren Spielrunden
Wer über einen längeren Zeitraum an Automaten spielt und dabei wiederholt Einsätze tätigt, kann bei steuerpflichtigen Gewinnen einen Pauschalabzug von 5 % für Einsatzkosten geltend machen, begrenzt auf 5 000 CHF. Das ist relevant, weil ein einzelner grosser Automatengewinn selten ohne vorangegangene Einsätze zustande kommt – der Abzug reduziert die effektive Steuerlast, ersetzt aber nicht die Pflicht, den Gewinn überhaupt zu deklarieren, sobald er die Grenze überschreitet.
Häufigkeit statt Einzeltreffer
Automatenspiele erzeugen naturgemäss viele kleine Gewinne und selten einen einzelnen grossen Treffer. Steuerlich zählt dabei nicht die Summe aller Kleingewinne über ein Jahr, sondern der jeweilige Einzelgewinn pro Spielrunde beziehungsweise pro ausgezahltem Betrag. Wer regelmässig Beträge knapp unter der Grenze von 1 100 CHF gewinnt, bleibt formal jedes Mal steuerfrei – wird die Häufigkeit aber zum Muster, kann das Finanzamt eine andere Einstufung vornehmen und den Gesamtertrag als Einkommen betrachten.
Wer an Automaten spielt, sollte deshalb Auszahlungsbelege aufbewahren, auch wenn der einzelne Gewinn unter der Freigrenze liegt. Ohne Nachweis lässt sich später kaum rekonstruieren, welcher Gewinn wann und in welcher Höhe ausgezahlt wurde – und genau das verlangt die Steuerverwaltung im Zweifelsfall.
Bei Anzeichen von problematischem Spielverhalten hilft die SOS-Spielsucht-Hotline weiter.
Roulette und High‑Jackpot‑Slots: Wo liegen die größten Gewinne?
Roulette und Jackpot-Slots funktionieren nach völlig unterschiedlichen Prinzipien, und das zeigt sich auch bei den Gewinnhöhen. Roulette ist ein Spiel mit festen Auszahlungsquoten: Wer auf eine einzelne Zahl setzt, erhält bei Treffer das 35-fache des Einsatzes, wer auf Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade setzt, verdoppelt ihn. Diese Quoten sind mathematisch fixiert und ändern sich nicht, egal in welchem lizenzierten Online-Casino gespielt wird. Der Gewinn hängt also direkt vom Einsatz ab – wer mehr riskiert, kann mehr gewinnen, aber die Obergrenze ist durch den Tischlimit und die eigene Bankroll gesetzt, nicht durch das Spiel selbst.
Jackpot-Slots funktionieren anders. Bei ihnen fließt ein Teil jedes Einsatzes aller Spielerinnen und Spieler in einen gemeinsamen Pot, der so lange wächst, bis er ausgezahlt wird. Dadurch entstehen Gewinnsummen, die mit klassischen Tischspielen nicht vergleichbar sind – ein einzelner Dreh kann theoretisch ein Vielfaches des Einsatzes bringen, weil der Jackpot unabhängig vom eigenen Spielverlauf über Wochen oder Monate anwächst. Das Risiko ist entsprechend höher: Die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot tatsächlich zu treffen, ist bei diesen Slots deutlich geringer als bei einer einfachen Roulette-Wette.
Wer also nach verlässlichen, wiederholbaren Gewinnen sucht, ist beim Roulette besser bedient – die Quoten sind bekannt und berechenbar. Wer auf eine einzelne, große Auszahlung hofft, findet dieses Potenzial eher bei Jackpot-Slots, muss dafür aber mit deutlich selteneren Treffern rechnen.
Unabhängig vom Spiel gilt: Der Betreiber eines lizenzierten Online-Casinos in der Schweiz führt einen Teil des Bruttospielertrags als Spielbankenabgabe ab, die zwischen 40 und 80 Prozent liegt und der AHV/IV zufließt. Diese Abgabe betrifft die Betriebe, nicht die einzelnen Spielerinnen und Spieler, wirkt sich aber indirekt auf die Auszahlungsquoten aus, die ein Casino kalkulieren kann.
Ein Sonderfall sind Pokerturniere: Liegt das Startgeld bei höchstens 200 CHF, bleibt ein daraus erzielter Gewinn steuerfrei. Bei Lotterien und Geschicklichkeitsspielen, die von Einzel- oder Medienunternehmen veranstaltet werden, greift die Steuerpflicht bereits ab einem Gewinn von 1 000 CHF.
Gewinne im Casino – Meldung und Dokumentation
Bei Naturalgewinnen – also Sachpreisen statt Bargeld – reicht die Auszahlungsbestätigung des Casinos allein nicht aus. Der Veranstalter muss dem zuständigen Formular eine gültige Wohnsitzbescheinigung des Gewinners beilegen, damit die steuerliche Zuordnung eindeutig geklärt ist. Wer also ein Auto, eine Reise oder einen Gutschein gewinnt, sollte diese Bescheinigung frühzeitig bereithalten, statt sie erst auf Nachfrage zu beschaffen.
Nachweis erforderlich
Bei Gewinnen im Ausland ist es zwingend erforderlich, alle Belege wie Kontoauszüge und Gewinnbestätigungen aufzubewahren, da sonst die Meldepflicht nicht erfüllt werden kann.
Für Gewinne im Casino gilt grundsätzlich: Die Meldepflicht liegt zunächst beim Veranstalter, nicht beim Spieler selbst. Wer allerdings im Ausland gespielt und dort gewonnen hat, trägt die Verantwortung anders. Gewinne aus ausländischen Geldspielen unterliegen in der Schweiz nicht der Verrechnungssteuer – der ausländische Anbieter zieht sie schlicht nicht ab. Das bedeutet aber nicht, dass diese Gewinne steuerfrei bleiben. Im Ausland erzielte Glücksspielgewinne müssen in der Schweiz vollumfänglich versteuert werden, und zwar über die eigene Steuererklärung.
Wer also grosse Gewinne im Casino im Ausland erzielt hat, muss sie selbst deklarieren – hier gibt es keinen Veranstalter, der das für einen erledigt. Belege wie Kontoauszüge, Gewinnbescheinigungen oder Transaktionsprotokolle der Zahlungsdienstleister sind dafür die einzige verlässliche Grundlage. Wer sie nicht aufbewahrt, hat im Zweifel keinen Nachweis über die Höhe des tatsächlichen Gewinns.
Die besten Slots für echte hohe Gewinne
Wer nach Slots mit echten Gewinnchancen sucht, landet meist bei Automaten mit hoher Auszahlungsquote und großem Jackpot-Potenzial. Welche Titel das im Einzelnen sind, ändert sich laufend, weil Anbieter ihre Portfolios ständig anpassen und neue Versionen bestehender Spiele herausbringen. Wichtiger als der Name des Slots ist für dich ohnehin die steuerliche Seite dessen, was am Ende übrig bleibt.
Bei steuerpflichtigen Gewinnen – also allem, was über die Freigrenze hinausgeht – lässt sich ein Pauschalabzug von 5 % der Einsatzkosten geltend machen, begrenzt auf maximal 5 000 CHF. Das reduziert die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer, ohne dass du einzelne Belege für jede Session sammeln musst.
Zusätzlich lassen sich pro Steuerjahr bis zu 25 000 CHF an Online-Spielereinsätzen vom Gewinn abziehen. Das betrifft vor allem alle, die regelmäßig an Slots spielen und über das Jahr verteilt mehrere Einsätze tätigen – die tatsächlichen Kosten des Spielens werden so steuerlich berücksichtigt, statt nur den Bruttogewinn zu belasten.
Für die Steuererklärung heißt das konkret: Führe eine Übersicht über deine Einsätze, damit du beide Abzüge korrekt beziffern kannst. Ohne Nachweis akzeptiert die Steuerverwaltung die Abzüge nicht automatisch, und am Ende zählt nicht, wie hoch ein einzelner Slot-Gewinn ausfällt, sondern was nach Abzügen tatsächlich versteuert werden muss.
Die größten Casinogewinne aller Zeiten in der Schweiz
Belastbare Zahlen zu den höchsten je ausgezahlten Gewinnen in Schweizer Casinos sind kaum öffentlich dokumentiert – Betreiber und Gewinner haben selten ein Interesse daran, Beträge offenzulegen. Steuerlich ändert die Höhe des Gewinns ohnehin wenig an den Grundregeln: Sobald die Freigrenze von 1 000 CHF überschritten wird, greift die reguläre Besteuerung, unabhängig davon, ob es sich um einen Jackpot oder einen vergleichsweise kleinen Betrag handelt. Auch Naturalgewinne fallen darunter, wie das Beispiel eines Fahrrads im Wert von 2 500 CHF aus einer Rubbellosaktion zeigt: voll steuerpflichtig, weil die Freigrenze eine harte Grenze ist und kein Freibetrag, der nur den übersteigenden Teil betrifft.
Bei Gewinnen im Ausland, etwa in den USA, kommt eine weitere Ebene hinzu: Das Schweizer‑US‑Doppelbesteuerungsabkommen erlaubt in bestimmten Fällen eine Quellenbesteuerung direkt vor Ort. Wer dort zu viel bezahlt hat, sollte sich nicht auf eine automatische Rückerstattung verlassen – ein Anspruch darauf besteht nicht.
Erstellt von der Redaktion von „Freude Play”.